Walter Hagenmayer, Founder von sp8
    Founder
    Walter Hagenmayer
    sp8 CMS · CCDS GmbH
    Founder-Interview

    sp8 OS

    „Wir bauen kein klassisches CMS – wir bauen ein Operating System für moderne Web-Prozesse.“

    Interview mit Walter Hagenmayer, Founder von sp8. Über die Ursprünge, die größten technischen Herausforderungen und die Vision hinter einem KI-nativen CMS.

    sp8 wird oft als KI-CMS beschrieben. Was ist sp8 aus deiner Sicht wirklich?

    sp8 ist für mich langfristig kein klassisches CMS mehr. Wir sehen es eher als ein Operating System für moderne Web- und Business-Prozesse.

    Der Ursprung war eigentlich ein ganz anderer: Ich habe über 23 Jahre als Geschäftsführer, Projektentwickler und Projektmanager zwischen Kunden und Entwicklern gearbeitet. Ich kenne TYPO3, WordPress und klassische Agenturprojekte extrem gut. Und ich habe immer wieder dieselben Probleme gesehen:

    • technische Schulden,
    • lange Entwicklungszeiten,
    • Plugin-Chaos,
    • gehackte WordPress-Seiten,
    • komplizierte Relaunches,
    • SEO-Verluste,
    • und Kunden, die am Ende nicht verstehen, warum ein Update plötzlich Tausende Euro kostet.

    sp8 ist daraus entstanden, diese Reibung zu reduzieren.

    Was war der ursprüngliche Auslöser für die Entwicklung?

    Der eigentliche Start war im September als Prototyp für ein Kundenprojekt.

    Ich habe damals gesehen, wie stark moderne KI-gestützte Entwicklung inzwischen geworden ist. Daraus entstand zuerst eine Marketing-Automation-Lösung. Danach kam ein eigenes Redaktionssystem dazu. Dann kamen Segmente, Pipelines, Business-Apps und CRM-Funktionen.

    Heute entwickeln wir bereits auf einer sp8-Version 2.2 mit:

    • Starter-Kits,
    • Mothership-Architektur,
    • Extension-System,
    • KI-Onboarding,
    • SEO-Automation,
    • Content-Migration,
    • und Business-App-Integration.

    Was ist das Kernproblem, das sp8 lösen soll?

    Das größte Problem ist aus meiner Sicht die riesige Menge veralteter Web-Infrastruktur.

    Es gibt Hunderttausende WordPress-Installationen:

    • die technisch veraltet sind,
    • Sicherheitsprobleme haben,
    • schlecht wartbar sind,
    • langsam geworden sind,
    • oder komplett fragmentiert arbeiten.

    Viele Unternehmen schleppen über Jahre technische Lasten mit sich herum.

    Unser Ziel ist: Website-Transformation zu automatisieren.

    Wie funktioniert das konkret?

    Der Nutzer gibt eine Webadresse ein. Dann startet ein mehrstufiges Onboarding-System:

    • Analyse der bestehenden Website,
    • Erkennung der Branchen-DNA,
    • automatische Designvorschläge,
    • Generierung von Mockups,
    • Strukturierung der Inhalte,
    • Vorbereitung der SEO-Migration,
    • später auch automatisiertes Deployment.

    Das Ziel ist: Aus einer bestehenden Website automatisiert ein modernes System zu erzeugen.

    Was war technisch schwieriger als erwartet?

    Definitiv das KI-Onboarding. Vor allem die KI so zu steuern, dass sie wirklich kreative, aber gleichzeitig strukturierte, markenkonsistente Entwürfe erzeugt.

    Es geht nicht nur um Bilder oder Texte. Das System muss verstehen:

    • Wo passt die Navigation hin?
    • Welche Struktur braucht die Branche?
    • Wie wirkt das Design konsistent?
    • Wie wird SEO sauber aufgebaut?

    Das war deutlich komplexer als erwartet.

    Ihr sprecht viel über SEO. Warum?

    Weil SEO einer der größten Painpoints bei Relaunches ist. Viele Unternehmen verlieren Rankings:

    • durch kaputte Redirects,
    • schlechte Migration,
    • verlorene Seitenstrukturen,
    • oder technische Fehler.

    Wir bauen deshalb aktuell ein SEO-Cockpit, das Google Search Console, SISTRIX-Daten, Rankings und Content zusammenführt.

    Das System soll Marketingverantwortliche aktiv führen: „Hier liegen Potenziale.“ „Diese Rankings könnten verbessert werden.“ „Diese Maßnahmen wären sinnvoll.“

    Wir wollen SEO verständlicher und operativer machen.

    Gab es bereits reale Projekte?

    Ja. Eines der ersten Projekte war ein WordPress-Newsportal mit rund 12.000 Artikeln. Die Seite war gehackt worden und mehrere Wochen offline.

    Wir haben:

    • die komplette Struktur übernommen,
    • Inhalte migriert,
    • Bilder und Videos neu zugeordnet,
    • SEO-Redirects aufgebaut,
    • und das Portal innerhalb weniger Wochen neu ausgerollt.

    Das war eine echte Stresssituation – aber genau dort zeigt sich, ob eine Architektur funktioniert.

    Wie reagieren Kunden darauf?

    Am Anfang natürlich skeptisch. Viele Kunden vergleichen zuerst: „Das konnte WordPress doch auch.“ Und dann muss man Feature für Feature liefern.

    In unserem Fall mussten wir zum Beispiel eine eigene AdRotate-Extension nachbauen. Das war aufwendig und es gab viele Bugfix-Runden.

    Aber inzwischen sagt der Kunde: Er möchte nicht mehr zurück zu WordPress.

    Wie wichtig ist KI für sp8?

    KI ist wichtig – aber nicht der eigentliche Kern. Der Kern ist: Struktur.

    Wir nutzen KI:

    • zur Beschleunigung,
    • für Automatisierung,
    • für Unterstützung,
    • für Guiding,
    • für Pipelines.

    Aber langfristig ist die Architektur entscheidender.

    Ich vergleiche das manchmal mit einem riesigen Regal: Ich baue Stück für Stück die Struktur und weiß genau, welches Fach wohin gehört.

    Welche Rolle spielen Extensions und der AppStore?

    Das ist langfristig ein zentraler Bestandteil. sp8 besitzt bereits:

    • ein GitHub-basiertes Extension-Repository,
    • Starter-Kits,
    • modulare Erweiterungen,
    • ein internes Credit-System für KI- und SaaS-Funktionen.

    Langfristig sollen externe Entwickler eigene Extensions entwickeln können – ähnlich wie bei einem AppStore-Modell. Aber: kontrolliert und qualitätsgesichert.

    Wir wollen keine unkontrollierte Plugin-Hölle wie bei klassischen CMS-Systemen.

    Ist sp8 eher offen oder geschlossen gedacht?

    Aktuell bewusst kontrolliert. Wir wollen zuerst:

    • stabile Architektur,
    • klare Standards,
    • konsistente UX,
    • sichere Prozesse.

    Später wird es kontrollierte Öffnung geben:

    • zertifizierte Extensions,
    • geprüfte Entwickler,
    • Partnerprogramme,
    • Marketplace-Strukturen.

    Wie würdest du sp8 heute in einem Satz beschreiben?

    sp8 ist kein klassisches CMS. Wir bauen eine KI-gestützte Plattform zur Modernisierung und Steuerung digitaler Web- und Business-Prozesse.

    Über den Founder

    Walter Hagenmayer

    Über 23 Jahre an der Schnittstelle von Web, Marketing und Technologie – zuerst als Gründer und Geschäftsführer einer Kölner Internetagentur, heute als Co-Geschäftsführer der CCDS GmbH und Architekt von sp8 CMS.

    • StudiumKöln.
    • 2003Gründung der fh-konzept GmbH in Köln zusammen mit Frank Fischer (heute CTO der CCDS GmbH). Internetagentur mit Spezialisierung auf TYPO3 – Start mit TYPO3 3.6, Aufbau von Mittelstands- bis Konzernkunden. Schwerpunkte: Marketing, SEO und Begleitung großer Kundenprojekte.
    • ~2019Merger der fh-konzept GmbH in die CCDS GmbH, langjähriger Partner in großen Internetprojekten. Co-Geschäftsführer und Leitung der Webabteilung – TYPO3- und WordPress-Agentur mit SEO-Schwerpunkt und Konzernkunden.
    • 2025Einstieg in Vibe-Coding-Ansätze, Level-5-Diamond-Zertifizierung und Start der Entwicklung von sp8 CMS.

    Manchmal wacht er nachts auf.

    Ich lebe mit meiner Familie in Köln, verheiratet, Vater von drei Kindern. Manchmal wache ich nachts auf, hellwach, mit einem Gedanken, den ich sofort weiterverfolgen will – und setze mich an den Rechner, weil mir im selben Moment klar wird, wie ein Detail in sp8 besser funktionieren könnte. Viele der heutigen Bausteine sind genau in solchen Stunden entstanden.

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